ドイツ語の読み物(Lesetexte)


»このページでは、短いドイツ語の読み物を掲載していきます。内容は「科学や文化の面白知識」です。身近なモノでも改めて考えてみると「どうしてだろう?なぜ?」というもの、ありませんか?
»少しずつ更新していきます。豆知識を増やしつつ、ドイツ語の文章に慣れていきましょう。一石二鳥です。なお、テキストを読む上で質問や疑問がありましたら、こちらからメールして下さい。また、こちらの「ドイツ語質問箱」でもご質問を受け付けています。ご利用ください。

aus: Der Kalender für clevere Kids und alle anderen Neugierigen 2004 (Brockhaus 2003)


項目一覧

Warum gleiten Schlittschuhe eigentlich über das Eis?
Wie macht man eigentlich Milch haltbar?
Was passiert, wenn man Eier zu lange kocht?
Hat der Bartgeier einen echten Bart?
Wenn ein Hai kommt, Strom einschalten!
Wieso leuchtet eine Glühbirne?
Was nützen eigentlich windschnittige Rennanzüge?
(35676543+3245890) × 123987 = ??? Hilfe, wo ist Wim Klein?
Wie viele Eisformen gibt es?
Wie viele Stunden des Tages verbringt der Panda mit Fressen?
Übermut oder Riesenwut? Haben Kraken wirklich Gefühle?
Die Erde ist ein Ei. Kann das sein?
Weidmannsheil! Mit dem Jo-Jo auf Großwildjagd.
Wie die Brezel das Abendland rettete.
Wer wird älter: ein Mensch oder ein Storch?
Falke & Co. - Jagdhunde der Lüfte.
Ein stinkendes Geschäft und ein vergessener Beruf: die Abtrittanbieterinnen
Flachlandtiroler aufgepasst! Wie entstehen Gletscherspalten?
Der Graffiti-Killer ist unterwegs.
Krabbe räumt das Kinderzimmer auf!
Kann man beim Zelten in der Sahara ertrinken?
Die Regeln des Anstandes und wie Herr Knigge es damit hielt.
Ein Berg mit Größenwahn? Wie kommt es, dass der Mount Everest immer weiter wächst?
Immer um eine Nasenlänge voraus: Nasenaffen in Indonesien.
Strahlendes Lächeln aus der Tube: Woraus besteht eigentlich Zahnpasta?
Hier sind Matheprofis gefragt! Gibt es die vollkommene Zahl?
Drei, fünf oder sieben? Wie viele große Meere gibt es?
Wie nannten die Gallier ihre Magier? - 1. Drusen / 2. Druiden / 3. Drüsen.
Bald kommt der Frühling! Und was geschieht mit dem Splitt?
Kleine Farbenlehre (1. Teil): Woher kommt das Gelb?
Kleine Farbenlehre (2. Teil): Blau ist nicht nur eine Farbe....
Kleine Farbenlehre (3. Teil): Rot - die Farbe der Liebe.
Wo liegt der größte Süßwassersee des Südpols?
Wenn man nichts zu beißen hat... nagt man am Hungertuch!
Zart wie Seide und enorm dehnbar: Was sind Byssusfäden?
Mit Volldampf zu den Sternen! Wie werden Raketen angetrieben?
Warum ist die Banane gelb?
Kohlrabizüchter und Lastenträger: Ameisen leisten Schwerstarbeit!
In China ein alter Hut: Gegenstände aus gekautem Papier!
Informatiker der ersten Stunde: Wer ist der Vater des Computers?
Wer bin ich und wer bist du?
Bergkristall? Flussquarz? Polareis? Aus was werden eigentlich Fensterscheiben gemacht?
Tischlein deck dich! Seit wann gibt es unser Essbesteck?
Hält (fast) jeden Rekord: der Blauwal.
Leben im Kleinformat: Welches ist das kleinste Tier?
Am Montag macht der Blauwal blau. Warum spricht man eigentlich vom "blauen Montag"?
Eichen, Buchen, Fichten & Tannen: Wie alt werden sie?
Müller, Schäfer oder was? Familiennamen und ihre Bedeutungen.
Weltweites Händchenhalten: Für manche ziemlich gewöhnungsbedürftig!
Jedes Auto ist eine fahrende Bombe...
Voll der Durchblick! Wie funktioniert eine Brille?
Der Killer von Guam kennt keine Gnade.
Seit Urzeiten gefangen: Wie kommt die Mücke in den Bernstein?
Städte auf dem Mond. Wird es sie bald geben?
Wir haben Hunder, Hunger, Hunger...! Wie signalisieren Jungvögel ihren Eltern, wie viele Hunger sie haben?
Gelbe Zettel: ein praktisches Kommunikationsmittel.
Wie stoppt man einen Schnarcher?
Dem Täter auf der Spur... Wie macht man Fingerabdrücke sichtbar?
Kein Gewürz, sondern eine japanische Faltkunst: Origami.
Können Blumen die Zeit ansagen?
Blühende Wiesen und Erdbeeren mit Sahne: für manche ein Alptraum. Was ist eine Allergie?
High Diving: Ein Sport für Todesmutige!
Ein Turm aus Menschen: Bitte nicht umschubsen!
Sahnige Geschosse: die Hochzeitsfeier als Tortenschlacht!
Keine Angst vor großen Haien. Über die sanften Riesen der Meere.
Für welchen Zauber brauchte man Marienkäfer? 1. Für einen Wetterzauber. /
2. Für einen Liebeszauber / 3. Für einen Verwandlungszauber

Was trinkt ein Koala?
Wie entsteht Honig?
Für sportbegeisterte Chemiker: Fußballmoleküle
Buddhas Lieblingsblume: der Lotos.
Pi (π) mal Handgelenk: Auch Mathematiker peilen schon mal über den Daumen.
Mal groß, mal klein: Kann der Mond wachsen?
Das ist nur die Spitze vom Eisberg. Und wo bleibt der Rest?
Ein ganz schön schweres Früchtchen!
Gefräßige Glühwürmchen schlagen zu. Die beißen nicht etwa?
Alle Schlafmützen mal aufgepasst: Morgen ist Siebenschläfer!
Wer fliegt am weitesten?
Du Haderlump!
Superschnelle Jäger aus der Urzeit: die Libellen.
Ein Fisch in der Wüste ... der hat sich wohl verirrt?

  
 
Warum gleiten Schlittschuhe eigentlich über das Eis?
Schlittschuhe gleiten nur auf Eis!
Es ist leider physikalisch unmöglich, im Sommer eine Glasplatte in den Garten legen und darauf üben.
Die Schlittschuhkufen erzeugen nämlich wegen ihrer kleinen Fläche einen großen Druck, der das Eis unter den Kufen zum Schmelzen bringt, ein klein wenig natürlich nur.
Und dieses Wasser dient dann als Schmiermittel.
 
Wie macht man eigentlich Milch haltbar?
Man macht Milch haltbar, indem man sie kurzzeitig erhitzt.
Geschieht dies bei Temperaturen von etwa 150 ℃, so spricht man von Sterilisation (滅菌).
Bei diesem Verfahren werden die Mikroorganismen und Schimmelsporen in der Milch abgetötet, und die Milch wird so länger haltbar.
Man pasteurisiert (パスツール法で滅菌する) Milch, wenn man sie auf weniger als 100 ℃ erhitzt.
Nach diesem Verfahren ist sie zwar nicht keimfrei, dafür werden aber Eiweiße und Vitamine weniger geschädigt.
Natürlich kann man Milch auch auf andere Arten konservieren, zum Beispiel indem man sie zu Kondensmilch eindampft oder ihr Bakterien zusetzt, die sie zu Jogurt werden lassen.
 
Was passiert, wenn man Eier zu lange kocht?
"Eier kann man so lange kochen, wie man will."
Das ist ein weit verbreiteter Irrtum.
Eier werden weder härter noch besser, wenn man sie besonders lange kocht.
Übereifrige Köche behaupten zwar, man könne Eier stundenlang kochen, doch das ist Unsinn.
Die Proteine im Ei enthalten nämlich Schwefelatome (硫黄原子).
Kocht man die Eier nun zu lange, setzen diese Proteine die chemische Verbindung Schwefelwasserstoff (硫化水素) frei: ein Gas, das bestialisch nach faulen Eiern stinkt.
Selbst winzige Mengen davon haben zur Folge, dass zu lange gekochte Eier einen äußerst unangenehmen Geruch verströmen.
Außerdem bewirkt es, dass um den Dotter ein grüner Rand entsteht - ein typisches Zeichen für zu lang gekochte Eier!
Man bevorzugt morgens in Deutschland ein wachsweiches Fünfminutenei.
 
Hat der Bartgeier (ヒゲワシ) einen echten Bart?
Einen echten Bart nicht, aber er hat dunkle borstige Federn um den Schnabel, die wie ein Bart aussehen.
Typisch ist auch der leuchtend rote Ring um die Augen.
Bartgeier ernähren sich hauptsächlich von Aas und Knochen.
Knochen sind nahrhafter, als man denkt: Sie enthalten fettreiches Knochenmark.
Um an das sättigende Mark zu kommen, lässt der Bartgeier größere Knochen aus der Luft fallen und am Boden zerschellen.
In den Alpenländern war der Bartgeier so gut wie ausgerottet.
Inzwischen hat man ihn dort erfolgreich wieder angesiedelt.
Möchtet ihr mithelfen, seltene Tierarten zu schützen und ihren Lebensraum zu erhalten?
Dann macht ihr bei Young Panda mit, der Jugendorganisation des WWF.
 
Wenn ein Hai kommt, Strom einschalten!
Will ein Profitaucher oder ein Meeresbiologe einen Hai aus nächster Nähe betrachten, schützt er sich vor Verletzungen mit einem Anzug aus Stahlmaschen.
Früher gab es einige ziemlich kuriose Schutzmittel gegen Haie: Zeitweilig trugen die Taucher zum Beispiel einen schwarz-weiß-gemusterten Anzug, um Orcas (Schwertwale) nachzuahmen, die von Haien gefürchtet werden.
Jetzt ist aber ein Gerät auf dem Markt, das zuverlässig gegen Haiangriffe schützen soll.
Es heißt POD (Protective Oceanic Device), was im Deutschen ungefähr mit "Meeresschutzgerät" übersetzt werden könnte.
Es vertreibt die Haie durch ein elektromagnetisches Feld, das mithilfe von zwei Elektroden (電極) um den Taucher herum aufgebaut wird.
Für Haie, die auf solche Felder sehr sensibel reagieren, ist es unerträglich stark und sie drehen ab.
 
Wieso leuchtet eine Glühbirne?
Eine Glühbirne leuchtet, weil der elektrische Strom, der durch sie hindurchfließt, den so genanten Glühdraht zum Glühen bringt.
Der Glühdraht ist ein hauchdünner, spiralförmiger Metallfaden, der zwischen zwei Elektoroden gespannt ist.
Er besteht aus Wolfram (タングステン).
Wolfram ist das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt.
Deshalb kann man den Draht auf Temperaturen von etwa 3000 ℃ erhitzen, ohne dass er schmilzt.
Der größte Teil der eingesetzten elektrischen Energie wird dabei allerdings in Wärme umgewandelt, nur läppische 5 Prozent erscheinen als Licht.
Damit der Wolframdraht bei den hohen Temperaturen nicht verglüht, darf sich im Innern der Lampe allerdings kein Sauerstoff befinden.
Dieser würde sonst mit dem heißen Metall reagieren.
Die Birne ist daher mit einem neutralen Gas gefüllt.
 
Was nützen eigentlich windschnittige Rennanzüge?
Das ist doch logisch - solche Rennanzüge verringern den Luftwiderstand..... Tja, das stimmt leider nicht.
Glatte Rennanzüge sind ein Märchen der Sportwelt.
Der Oberflächenwiderstand (表面摩擦)in der Luft macht nämlich praktisch nichts aus im Vergleich zum Formwiderstand (形状による摩擦効果).
Und der ist beim menschlichen Körper ziemlich groß.
Ob ein Skiläufer mit einem normalen Skianzug fährt oder in einem windschlüpfrigen, spielt - wenn man mit der Stoppuhr die Zeit nimmt - nicht einmal bei der Hundertstelsekunde eine Rolle.
Ein vergleichbares Beispiel bietet uns der Golfball.
Er hat an der Oberfläche kleine raue Dellen (へこみ).
Dadurch erhöht sich zwar der Oderflächenwiderstand, doch der Formwiderstand sinkt beträchtlich.
Ohne diese Dellen würde der Golfball nur halb so weit fliegen!
※ゴルフボール表面のくぼみ(ディンブル)の周辺では乱気流が生まれ、より大きな揚力が得られる。
 
(35676543+3245890) × 123987 = ??? Hilfe, wo ist Wim Klein?
Wer ist das? Ein Rechenkünstler? Bingo!
Der Holländer Wim Klein hatte schon als Kind ein geradezu phänomentales Gedächtnis.
Er konnte die längsten Zahlen im Kopf behalten und sie noch Stunden später rückwärts hersagen.
Innerhalb weniger Sekunden multiplizierte er fünfstellige Zahlen miteinander.
Für die Rechnung 1 388 978 361 × 5 645 418 496 etwa brauchte er nur 64 Sekunden.
Sein Paradestück: Ein Verkäufer wollte ihn 1953 mit der Leistung einer neuen Rechenmaschine beeindrucken und tippte zwölf Zahlen ein.
Noch bevor er allerdings die Berechnung starten konnte, hatte sein Kunde das Ergebnis schon im Kopf.
Der Verkäufer fiel fast in Ohnmacht - kein Wunder!
Gearbeitet hat Wim Klein von 1958-1976 im Kernforschungsinstitut Cern in Genf.
Dort nahm er Berechnungen vor, für die es damals noch keinen Computer gab.
 
Wie viele Eisformen gibt es?
Vanille, Schoko, Kiwi .... und ist nicht mehr zu bremsen.
Aber nun wenden wir uns der Art von Eis zu, die zwar nach weniger schmeckt, dafür aber noch viel faszinierender ist!
Wenn Wasser kälter wird als null Grad Celsius (0℃), dann gefriert es zu Eis.
Das weiß jeder. Doch wer weiß, dass zu Eis gefrorenes Wasser insgesammt 13 verschiedene Kristallformen ausbilden kann?
Unter normalen Bedingungen erstarrt Wasser zu sechseckigen (so genannten hexagonalen) Kristallen.
Wir kennen diese Eisform vor allem von den Schneekristallen.
Andere Kristallformen entstehen, wenn man den Druck erhöht und die Temperatur senkt.
Auch wenn sich die Eisformen untereinander in ihrer Dichte (密度) unterscheiden, höher als bei (flüssigem) Wasser kann sie bei Eis nicht werden.
Darum schwimmt Eis auch immer auf dem Wasser.
 
Wie viele Stunden des Tages verbringt der Panda mit Fressen?
Der Panda verbringt zwei Drittel des Tages mit Fressen: 16 Stunden!
Obwohl sein Magen eigentlich besser Fleisch verdauen kann, ernährt sich der Panda fast ausschließlich von Bambus, der in Zentralchina ausgedehnte Wälder bildet.
Da er nur einen sehr kleinen Teil dieser pflanzlichen Nahrung verwerten kann, muss er sehr große Mengen davon zu sich nehmen: mindestens 40 Kilogramm pro Tag.
So viel Grünzeug!
 
Übermut oder Riesenwut? Haben Kraken wirklich Gefühle?
Das stimmt. Man weiß schon lange, dass achtarmige Kraken außergewöhnlich intelligent und lernfähig sind.
Wie Tintenfische haben die bis zu sechs Meter langen Tiere ein gut ausgebildetes Gehirn und äußerst scharfe Augen.
Was sie von anderen Weichtieren unterscheidet, ist ihr Spieltrieb (子供などの遊戯本能) - den haben sonst eigentlich nur Säugetiere.
Außerdem kennen Kraken vielfältige Gemütsstimmungen: Sie können aufgeregt oder ängstlich sein, gereizt oder übermutig.
Sie wechseln dabei sogar ihre Farbe und laufen z.B. rot an, wenn sie wütend werden (wie wir!).
Zwei amerikanische Zoologen behaupten, Kraken hätten sogar eine eigene Persönlichkeit.
Tatsächlich scheint es unter ihnen, wie bei uns Menschen, aggressive, scheue, ängstliche und besonders feinfühlige Einzeltiere zu geben.
 
Die Erde ist ein Ei. Kann das sein?
Die Erde ist rund, das weiß doch jeder! ...
Natürlich war die Frage so auch nicht gemeint.
Wenn man sich von den zugegebenermaßen etwas unterschiedlichen Formen nicht stören lässt, kann man die Erde aber sehr wohl mit einem Ei vergleichen: Unter seiner dünnen Kruste ist unser Planet nämlich nicht fest, sondern besteht aus größtenteils flüssigem, sehr heißem Gestein.
Die Schale der Erde ist hauchdünn.
Vergleicht man sie mit der eines Hühnereis, bringt sie es nicht einmal auf die Hälfte der Dicke.
Sie besteht aus hartem Gestein.
Vom Gesamtdurchmesser der Erde (etwa 12 750 Kilometer) entfallen nur rund 30 Kilometer auf diese Erdkruste.
Sie schwimmt sozusagen auf den halb flüssigen Gestein des Glutballs (灼熱の球状のもの=地球のマントル).
 
Weidmannsheil! Mit dem Jo-Jo auf Großwildjagd.
Ursprünglich war das Jo-Jo aber kein Kinderspielzeug, sondern ein philippinisches Jagdgerät. Man schleuderte eine Holzscheibe nach dem flüchtenden Wild und brachte es damit zu Fall.
Ein amerikanischer Unternehmer sah dieses Gerät, das die Einheimischen Yoyo nannten, und machte um 1920 daraus ein Geschicklichkeitsspiel, das sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.
Aber wenn man es genau nimmt, war er nicht der eigentliche Erfinder.
Schon die Chinesen kannten um 1000 vor Christus das Jo-Jo und vor zweihundert Jahren war es - mit Edelsteinen besetzt - eines der Lieblingsspielzeuge europäischer Prinzessinnen.
※ Weidmannsheil: 漁師の幸運(猟師仲間でのあいさつで、狩猟の成功を祈って Weidmannsheil! と呼びかけると、相手は Weidmannsdank! と答えて礼を言う)。
 
Wie die Brezel das Abendland rettete.
Den Türken ist nach diesem Eroberungsflop (征服失敗) der Appetit auf Brezeln sicher erst einmal vergangen.
Als sie nämlich im Jahre 1529 mehrere Monate lang die Stadt Wien belagerten, mussten sie bald feststellen, dass es gar nicht so leicht war, in die Stadt hineinzukommen: Die Stadtmauern waren ziemlich hoch.
Also verfielen sie auf die Idee, einen unterirdischen Tunnel zu graben.
Sie arbeiteten vor allem nachts, damit die Wiener nicht misstrauisch würden.
Das Dumme war nur: Sie hatten nicht mit den Brezelbäckern gerechnet, die schon um Mitternacht in ihren Backstuben standen, weil sie ihren Kunden am nächsten Morgen frische Ware anbieten wollten.
Als die Bäcker verdächtige Geräusche hörten, riefen sie die Soldaten zu Hilfe.
Die Türken mussten schließlich unverrichteter Dinge von dannen ziehen.
 
Wer wird älter: ein Mensch oder ein Storch?
Der älteste frei lebende Storch wurde laut Ringfund (野鳥保護組織の一つ) 22 Jahre alt.
In Gefangenschaft stirbt er allerdings oft erst, wenn er zwischen 70 und 100 Jahre alt ist.
Ein gefangener Storch wird älter als einer, der sich frei bewegen kann!
Aber klar: Das Leben im Freien ist viel anstrengender, das weiß doch jeder.
Das (nachweislich) älteste Tier war übringens ein Stör (チョウザメ), der 152 Jahre alt wurde und es wird sogar von tropischen Riesenmuscheln gemunkelt, sie würden über 200 Jahre alt!
 
Falke & Co. - Jagdhunde der Lüfte.
Manche Jäger gehen nicht mit Hunden auf die Jagd, sondern haben ganz besondere Jagdhelfer: Falken, Habichte oder sogar Adler!
Diese Jäger, die mit Greifvögeln auf die Jagd gehen, heißen Falkner.
Der Falkner trägt den Vogel bei der Jagd auf der Hand (die ist natürlich von einem dicken Lederhandschuh geschützt!).
Die Greifvögel gehen auf die Jagd und erlegen zum Beispiel Fasane, Rebhühner, Enten oder Kaninchen.
In Deutschland gibt es heute nur noch sehr wenige Falkner.
In arabischen Ländern ist diese Art der Jagd übrigens nur den reichsten und mächtigsten Männern vorbehalten.
 
Ein stinkendes Geschäft und ein vergessener Beruf: die Abtrittanbieterinnen
Der Gedanke ist schon gewöhnungsbedürftig.
Abtrittanbieterinnen waren sozusagen die Vorläuferinnen unserer Klofrauen (Abtritt: 便所・トイレ).
Zu einer Zeit, da es noch keine öffentlichen Toiletten gab, boten sie den Leuten Schutz vor neugierigen Blicken.
Ein Zeuge beschrieb das 1838 so: Bei der Frankfurter Messe "waren mir besonders merkwürdig einige Frauen, die unter einem weitläufigen Umhang aus Leder ein Schulterholz trugen, an dem auf beiden Seiten ein Butt (Eimer) herunterhing.
Ihr Rufen erinnerte die Besucher der Budenmärkte an ihre vollen Bäuche.
Und wirklich bemerkte ich mehrere Male etwelche unter dem Umhang verschwinden, um dort einem Geschäft zu obliegen, dem die menschliche Natur sich zuzeiten durchaus nicht entziehen kann." Na denn!
 
Flachlandtiroler aufgepasst! Wie entstehen Gletscherspalten?
Als Sie Ihren ersten Gletscher sahen, waren Sie vielleicht beeindruckt: Ist das alles Eis? - Ja, und es bewegt sich sogar! Pro Stunde wird die zähe Masse nämlich etwa ein bis zwei Zentimeter talabwärts (谷 Tal を下る方向に) geschoben.
Dabei verformt sich das Eis langsam und reißt an manchen Stellen auf.
Diese Risse, die mehrere Meter breit werden können, nennt man Gletscherspalten.
Sie treten oft dann auf, wenn der Gletscher in der Mitte schneller gleitet als am Rand.
Oder wenn das Eis durch Hindernisse am Boden abgebremst wird, während es an der Oberfläche normal weiterfließt.
Nach dem winterlichen Schneefall sind die Spalten oft von Schneebrücken bedeckt.
Wer eine dieser Schneebrücken betritt, riskiert einen Sturz in eine bis zu 30 Meter tiefe Spalte.
Und um den zu überleben, bedarf es schon einer gehörigen Portion Glück!
 
Der Graffiti-Killer ist unterwegs.
... Mit der Bratpfanne etwa? Es ist nicht ganz daneben, aber doch vorbei.
Nicht mit der Pfanne selbst, sondern mit dem Kunststoff, mit dem sie häufig beschichtet ist: dem Teflon.
Damit geht es den Graffiti (落書き), den gesprühten Kritzeleien und Parolen an Hauswänden und Mauern, an den Kragen.
Forscher haben eine Substanz entwickelt, die mit dem Teflon der Pfannen verwandt ist.
Man sprüht diese Substanz auf die Hauswände, und diese werden sozusagen zur Teflonpfanne: Alle Schmierereien können dann ohne Probleme wieder abgewaschen werden.
Sicherlich freuen sich viele Hausbesitzer darüber, denkt man, aber um so manches Kunstwerk ist es auch schade!
 
Krabbe räumt das Kinderzimmer auf!
In Südamerikas Wäldern wachsen große, annasähnliche Pflanzen mit langen, starren Blättern: die Bromeliengewächse (ブロメリア。パイナップル科の植物).
Auf ihren Blättern leben die Bromelienkrabben - genauer gesagt in den Blattachseln, wo sich das Regenwasser sammelt und winzige Pfützen (水たまり) bildet.
Die Überlebensbedingungen hierin sind für den Krabbennachwuchs allerdings nicht gut: Das Wasser enthält zu wenig Sauerstoff und zu viel Säure.
Bevor die Weibchen dort ihre Eier ablegen, räumen sie deshalb richtig auf: Der Sauerstoffmangel wird durch das Entfernen von faulendem Pflanzenmaterial bekämpft, und den Säuregehalt regulieren sie mithilfe leerer Schneckengehäuse.
Diese lösen sich in der Säure auf, neutralisieren so das Wasser und versorgen die Junglarven gleichzeitig mit dem für ihren Panzeraufbau wichtigen Kalk.
 
Kann man beim Zelten in der Sahara ertrinken?
Natürlich kann man in der Wüste ertrinken - in einem Wadi (ワジ。豪雨のあと以外は水のない川)!
Die Sahara ist eine riesige Wüste im Norden Afrikas.
Pro Jahr fällt dort im Schnitt weniger als 10 Zentimeter Regen, in manchen Jahren regnet es sogar überhaupt nicht.
Wenn es allerdings mal gewittert, hat das verheerende Folgen: Gewaltige Wassermassen stürzen dann vom Himmel, die die trockenen Fluss- und Bachläufe, die so genanten Wadis, blitzschnell mit Wasser füllen und sie in reißende Ströme verwandeln.
Ein beeindruckendes Spektakel!
 
Die Regeln des Anstandes und wie Herr Knigge es damit hielt.
Wer es dem Freiherrn von Knigge nachmacht, wird leider nicht unbedingt mit guten Manieren glänzen.
Denn ausgerechnet der Autor des berühmten Anstandsbuches - das heute einfach nur als "Knigge" bezeichnet wird - ging gar nicht so anständig durch das Leben.
Knigge studierte ein wenig Jura und trat dann als Hofjunker beim Landgrafen von Hessen in den Dienst.
Dort fiel er durch schlimme Streiche und Bosheiten auf.
Um den jungen Mann zu zähmen (おとなしくさせる), verheiratete man ihn mit einem Kammerfräulein, das er sehr gekränkt (不快な) hatte.
Knigge hielt es in keiner Anstellung lange aus.
Und obwohl er leidenschaftlich den Aberglauben bekämpfte, trat er in einen freimaurerischen Orden ein.
 
Ein Berg mit Größenwahn? Wie kommt es, dass der Mount Everest immer weiter wächst?
Will er den Höhenrekord brechen? Nein, da ist nicht viel zu brechen, denn der Mount Everest im Himalajagebirge ist mit seinen zurzeit 8861 Metern der höchste Berg der Welt.
Dass er noch wächst, hängt mit seiner Geschichte zusammen: Vor vielen Jahrmillionen driftete der indische Subkontinent durch das Meer und stieß dort mit der asiatischen Platte zusammen.
Eine sanfte Kollision, und doch bauten sich innerhalb von Jahrmillionen ungeheure Kräfte auf, die das Gebirge des Himalaja auffalteten.
Man muss sich das vorstellen wie bei einem schweren Teppich, den man von zwei Seiten zusammenschiebt: In der Mitte entstehen Falten.
Die Bewegung erfolgt langsam, ist aber doch beträchtlich.
Der Everest beispielsweise wächst jedes Jahr um einige Zentimeter in die Höhe und verschiebt sich rund 30 Zentimeter nach Westen.
 
Immer um eine Nasenlänge voraus: Nasenaffen in Indonesien.
Nur die Männchen haben einen solchen Zinken; die Weibchen haben eine kleine zierliche Nase und werden auch nur halb so groß und schwer wie die Männchen.
Die Nasenaffen leben in den sumpfigen Mangrovenwäldern im indonesischen Teil der Insel Borneo.
Sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzen, am liebsten von frischem Mangrovenlaub.
Die meiste Zeit verbringen die Nasenaffen auf Bäumen.
Sie können aber auch gut schwimmen und durchqueren bei der Nahrungssuche breite Wasserläufe.
Meist leben sie in Gruppen, deren Größe zwischen 11 und 32 Tieren liegt.
Es wurden aber auch schon Nasenaffen gesichtet, die ganz allein umherstreifen.
 
Strahlendes Lächeln aus der Tube: Woraus besteht eigentlich Zahnpasta?
Gut oder nicht gut: Meist ist das nur eine Frage des Geschmacks.
Denn in ihrer Grundsubstanz sind fast alle Zahnpasten gleich: Sie bestehen aus fein gemahlenem Kalk oder Kreide sowie seifenähnlichen Stoffen, deren
unangenehmen Geschmack man durch Pfefferminzöl oder Menthol überdeckt.
Schon die alten Ägypter verwendeten vor 4000 Jahren eine Art Zahnpasta aus gemahlenem Gestein und Weinessig.
Weniger appetitlich war dagegen die Mundhygiene bei den Römern: Sie putzen ihre Zähne nämlich mit menschlichem Urin.
Eigentlich keine schlechte Idee, denn das darin enthaltene Ammoniak wirkt tatsächlich reinigend und war lange Zeit Bestandteil der Zahnpasta.
Aber wer möchte das schon gern ausprobieren?
 
Hier sind Matheprofis gefragt! Gibt es die vollkommene Zahl?
Dabei gibt es sie doch wirklich, die vollkommene Zahl - und nicht nur eine!
Um als mathematisch perfekt zu gelten, muss eine Zahl genauso groß sein wie die Summe ihrer Teiler.
Das klingt komplizierter, als es ist: Die kleinste vollkommene Zahl ist die 6: Sie lässt sich durch 1, 2 und 3 teilen.
Rechnet man diese drei Zahlen zusammen, so kommt man wieder auf 6.
Die nächsten vollkommenen Zahlen sind 28, 496 und 8128.
Auch die 33,550,336 ist eine vollkommene Zahl und berühmt ist sie obendrein: Sie wurde bereits in einem Manuskript aus dem Jahr 1461 erwähnt!
Bisher sind trotz Computerhilfe nicht mehr als vierzig vollkommene Zahlen
bekannt geworden.
Sie sind alle gerade (偶数の).
※ 6 の約数: 1, 2, 3, (6). 足すと 1+2+3=6 に戻る。
 28 の約数: 1, 2, 4, 7, 14, (28). 足すと 1+2+4+7+14=28.
 
Drei, fünf oder sieben? Wie viele große Meere gibt es?
Man zählt auf: Pazifik, Atlantik und Indischer Ozean ..... und das Mittelmeer natürlich! - Aber leider war es da doch schon zweimal genannt.
Das Mittelmeer ist kein eigenständiges Meer.
Dafür ist es viel zu klein.
Es gehört zum Atlantik, ist allerdings nur über die Straße von Gibraltar mit ihm verbunden.
Das muss man sich doch einmal genauer ansehen.
Schleppst du den Globus.
Der Pazifik ist mit Abstand das größte Meer.
Im Gegensatz dazu wirkt das Mittelmeer wirklich winzig.
Übrigens zählte man früher noch insgesammt sieben Meere: den Nord- und den Südatlantik, den Nord- und den Südpazifik, das Nord- und das Südpolarmeer sowie den Indischen Ozean.
 
Wie nannten die Gallier ihre Magier? - 1. Drusen / 2. Druiden / 3. Drüsen.
Man weiß ja Maraculix aus den Asterix-Heften... und liegt mit Antwort 2 goldrichtig.
Die Druiden waren die Wahrsager, Mediziner und Sternkundigen der Kelten, zu denen auch die Gallier (ガリア人) zählen.
Als mächtige Zauberer hatten sie großen gesellschaftlichen Einfluss.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Druiden war die Erhaltung der keltischen Religion.
Zum Druiden wurde man erwählt.
Der alte Druide hielt unter den jungen Männern seines Stammes nach einem geeigneten Nachfolger Ausschau.
Wenn er einen Kandidaten auserkoren hatte, musste dieser mehrere Jahre bei ihm in die Schule gehen.
Alles Druidenwissen wurde mündlich, in Versform, weitergegeben.
Schriftliche Quellen gab es keine, um zu verhindern, dass Unbefugte Zugang zu dem geheimen Wissen hatten.
 
Bald kommt der Frühling! Und was geschieht mit dem Splitt?
Man sitzt am Fenster und beobachtet das Schneetreiben.
Der Streuwagen (散布車) fährt durch die Straße und streut Splitt (豆砕石).
Um die Straßen im Winter befahrbar zu machen, werden in den Großstädten jedes Jahr über 10 000 Tonnen Splitt auf die Straße gebracht.
Dieser Splitt besteht aus unzähligen scharfkantigen Steinchen, die den Reifen auf der vereisten Oberfläche Halt geben sollen.
Doch was geschieht im Frühjahr mit dem Splitt?
Bisher landete der wieder aufgekehrte Splitt auf der Deponie (ゴミ集積場).
Neuerdings wird er recycelt: Man reinigt ihn mit Heißluft von Schmutz und Staub und kann ihn dann erneut verwenden.
Allerdings weiß man noch nicht, wie oft sich Splitt wieder verwenden lässt.
Im Lauf der Zeit werden die scharfkantigen Steine wahrscheinlich zu Minikieselsteinchen abgerundet und dadurch unbrauchbar.
 
Kleine Farbenlehre (1. Teil): Woher kommt das Gelb?
Früher mussten sich die Maler ihre Farben mühsam in der Natur zusammensuchen.
Die Farbe Gelb gewann man aus verschiedenen Pflanzen: Wollfasern zum Beispiel färbte man mit Safran.
Das war allerdings ein teurer Spaß, denn Safran besteht aus den dünnen Staubfäden einer Krokusart (クロッカス).
Um davon eine verwertbare Menge zusammenzukriegen, musste man stundenlang ernten ...
Wesentlich billiger ist die indische Gelbwurzel oder Kurkuma (ウコン).
Mit ihr färbte man früher die gelben Kutten der buddhistischen Mönche.
Unter den einheimischen Gewächsen war der Färberwau (モクセイソウ) fast die einzige Pflanze, die ein schönes Gelb lieferte.
Der Färberwau wächst an Wegrändern und auf Schuttplätzen und ist weit verbreitet.
Von daher war er damals eine günstige "Gelbquelle".
Heutzutage wird das meiste Gelb synthetisch hergestellt.
 
Kleine Farbenlehre (2. Teil): Blau ist nicht nur eine Farbe....
.... sondern auch ein Zustand. Ein Blau, das jeder kennt, ist das Jeansblau.
Es wird mit dem Farbstoff Indigo erzeugt, der heute synthetisch hergestellt wird.
Früher gewann man ihn in Indien aus der Indigopflanze und bei uns (= in Deutschland) aus dem Färberwaid.
Es gibt nur sehr wenige Möglichkeiten, Blau auf natürlichem Wege zu gewinnen.
Die Farbe galt daher früher als sehr kostbar und war deshalb den Königen vorbehalten.
Für das Blau in ihren Gemälden mussten die Maler beispielsweise den wertvollen Halbedelstein Lapislazuli zermahlen und mit Öl binden.
Dieses Ultramarin war früher die teuerste Farbe, die es gab.
 
Kleine Farbenlehre (3. Teil): Rot - die Farbe der Liebe.
Die Farbe wird oft gleichgesetzt mit heftigen Gemütsbewegungen, und man wird manchmal "rot vor Wut".
Rot war früher nicht leicht zu erzeugen.
In Europa verwendete man dazu vor allem eine Pflanze namens Färberröte (セイヨウアカネ).
Der Farbstoff ihrer roten Wurzel heißt Alizarin und war schon im Altertum bekannt.
Heute findet man die Färberröte allerdings nur noch selten.
Auch im Tierreich gibt es einen Lieferanten für die rote Farbe: die Weibchen der Kermesschildläuse (エンジムシ).
Diese Läuse leben vor allem in Südeuropa und im Nahen Osten, am liebsten auf den knorzigen Kermeseichen (ケルメス樫).
Früher trocknete man sie an der Sonne und zerstampfte sie dann.
Auf diese Weise gewann man den Kermes, einen leuchtend roten Farbstoff. In Italien trinkt man gern einen roten Schnaps, der Alkermes heißt.
Was da wohl darin ist...?
 
Wo liegt der größte Süßwassersee des Südpols?
Ein Süßwassersee wäre bei der eisigen Kälte doch in null Komma nichts zugefroren!
Bei den extrem niedrigen Temperaturen von bis zu minus 50°C, die auf dem Eis herrschen, würde Süßwasser auf der Stelle in einen festen Zustand übergehen.
Dennoch gibt es sie tatsächlich, die Süßwasserseen in der Antaktis.
Sie liegen allerdings nicht auf, sondern unter dem bis zu 4 Kilometer dicken Eispanzer.
Einer der insgesammt 70 Süßwasserseen ist fast 20-mal so groß wie der Bodensee.
Und die größte Überraschung: Das Wasser in diesen Seen ist flüssig!
Die Erdwärme und der hohe Druck, der dort herrscht, verhindern, dass das Wasser gefriert.
Die Seen sind sogar bewohnt: Bakterien, Pilze und Algen fühlen sich bei Temperaturen von minus 30°C dort angenehm wohl.
 
Wenn man nichts zu beißen hat... nagt man am Hungertuch!
Eine solche Mahlzeit findet man nicht sehr verlockend.
Am Aschenmittwoch beginnt bei uns (= in Deutschland。特にカトリック宗教圏) die Fastenzeit.
Aber nagen wir deshalb ab heute am Hungertuch? Diese Redewendung beruht in Wirklichkeit auf einem Missverständnis.
Ursprünglich hieß es früher nämlich "am Hungertuch nähen".
Das Hungertuch gehörte zum religiösen Brauch der Fastenzeit.
Mit diesem Tuch verhüllte man den Altar, die Heiligenfiguren und die Altargemälde.
Auf diese Weise sollten die Gläubigen an die Fastenzeit erinnert werden.
Im Laufe der Zeit wurde das Wort "nähen" im Volksmund abgeändert und durch das Verb "nagen" ersetzt.
Seitdem sagt man von jemandem, der sehr wenig Geld hat, dass er am Hungertuch nagt.
Nach so vielen Erläuterungen sind wir jetzt hungrig.
※ "am Hungertuch nagen": 諺。「困窮している、飢えに苦しんでいる」の意。文章中に解説があるが "am Hungertuch nähen" のもじり。
 
Zart wie Seide und enorm dehnbar: Was sind Byssusfäden?
Im Gegensatz zu vielen anderen Muschelarten können sich beispielsweise Miesmuscheln oder Austern nicht selbst fortbewegen.
Um nicht von der Strömung weggetragen zu werden, sondern sie aus ihren Fußdrüsten ein zu feinen Fäden erstarrendes Sekret ab.
Mit diesen so genannten Byssusfäden heften sie sich am Untergrund fest.
Byssusfäden sind, wie wir heute wissen, noch reißfester als menschliche Sehnen und dennoch vollkommen elastisch.
Schon früh wurden diese als Muschelseide bezeichneten Muschelfäden darum zur Stoffherstellung verwendet.
Die Handschuhe des venezianischen Herrschers, des Dogen, etwa stellte man aus den Fäden der großen Steckmuschel her.
 
Mit Volldampf zu den Sternen! Wie werden Raketen angetrieben?
Du hast wahrscheinlich im Fernsehen schon mal den Start eines Spaceshuttles verfolgt.
Im Flammenstrahl der Raketen verbrennt jede Sekunde Treibstoff von Gewicht eines Kleinwagens.
Der so genannte Rückstoß treibt die Rakete nach oben.
Ist die Rakete dann im All, wird sie nur noch sanft beschleunigt.
Und das nicht mehr chemisch, also durch die Verbrennung von Treibstoff, sondern elektrisch.
Die bekannteste elektrische Antriebsart ist der Ionenantrieb.
Dabei werden elektrisch geladene Teilchen oder Ionen erst erzeugt und dann unter hoher Spannung auf 120fache Schallgeschwindigkeit beschleunigt.
Schließlich treten die beschleunigten Ionen als gerichteter Strahl aus und treiben das Raumschiff durch Rückstoß an.
Festhalten: Der Countdown läuft!
 
Warum ist die Banane gelb?
Wenn ein Frachter in Mittelamerika Bananen lädt, dann sind das noch keine gelben, weichen, wohlschmeckenden Früchte, sondern steinharte grüne Dinger, die wie Gurken riechen.
In den Laderäumen des Schiffes, das rund zehn Tage unterwegs ist, muss genau die richtige Temperatur herrschen, nämlich 13.3 ℃.
Ein halbes Grad weniger, und die Bananen "erkälten" sich und werden ungenießbar.
Etwas wärmer, und die Bananen fangen an zu reifen.
Eine gelbe Banane reicht, um die anderen anzustecken.
Das geschieht durch ein Gas, das Ethylen, das die Banane absondert.
Selbst geringste Mengen davon bewirken die vorzeitige Reifung anderer grüner Bananen.
Nun versteht man auch, warum man im Kühlschrank überreife Früchte möglichst schnell aussortieren sollte.
Sie wirken ansteckend...
 
Kohlrabizüchter und Lastenträger: Ameisen leisten Schwerstarbeit!
Vor Jahren hat man in Brasilien ein Nest der Blattschneiderameisen ausgegraben.
Darin lebten 8 Millionen Arbeiterinnen und eine Königin.
In über 1000 Kammern züchteten (栽培・飼育する) diese Ameisen auf eingegrabenen Blattstückchen Pilze, deren knöllchenartige Wucherungen Ameisenkohlrabi (カブ) genannt werden.
Dieser "Spezialkohlrabi" dient ihnen als Nahrung.
Für den Bau ihres Nests mussten die Ameisen 23 Kubikmeter Erde mit einem Gewicht von 40 Tonnen wegschaffen.
Die Königin ist das einzige fruchtbare Tier im Ameisenstaat.
Bei den Blattschneiderameisen legt sie im Laufe ihres Lebens ungefähr 150 Millionen Eier, aus denen fast ausschließlich Arbeiterinnen hervorgehen.
Die Männchen schlüpfen aus unbefruchteten Eiern.
 
In China ein alter Hut: Gegenstände aus gekautem Papier!
Das Ganze ist nur halb so eklig (ひどい), wie es klingt.
Ein Tipp: Die Bezeichnung für den gesuchten Werkstoff kommt aus dem Französichen (maché).
Warum ist sie nicht früher darauf gekommen: Papiermaschee oder Pappmaschee (張り子の材料となる紙)!
Man kann es zu Hause herstellen, indem man Zeitungspapier in kleine Stücke reißt und diese in Wasser aufkocht.
Mit Tapetenkleister (糊) und Weißleim verarbeitet man sie zu einem Brei, den man schließlich kräftig durchknetet.
Aus dieser Masse kann man fast alles modellieren: Gefäße, Masken, Kerzenleuchter, Puppenköpfe.
Der Nachteil von Pappmaschee ist, dass es ziemlich lange trocknen muss.
Dafür ist es danach so hart, dass es ohne Probleme gesägt, gebohrt und bemalt werden kann.
 
Informatiker der ersten Stunde: Wer ist der Vater des Computers?
Herr Windows vielleicht? Leider nein.
Windows ist der Name eines Computerprogramms, nicht der des Erfinders.
Die Frage ist schwer zu beantworten.
In Deutschland neigen wir dazu, Konrad Zuse als den Erfinder des Computers zu betrachten.
In den Jahren von 1941 bis 1945 entwickelte er im Alleingang zwei Computer, den so genannten Z3 und den Z4.
Die Amerikaner hingegen behaupteten lange, J. Eckert und J. Mauchly hätten den ersten Rechner, den ENIAC, zusammengebastelt.
Heute weiß man, dass J. Atanasoff bereits 1939 in den USA einen elektronischen Computer baute, der allerdings nie in Betrieb ging, da Atanasoff sich schon bald um kriegswichtigere Arbeiten kümmern musste.
Er dokumentierte seine Arbeiten aber und gilt heute als der Vater des Computers.
Allerdings wusste Zuse damals nichts von Atanasoffs Arbeit.
 
Wer bin ich und wer bist du?
Schwieriger als im Englischen kanns nicht sein... und ob!
Während ein Engländer jeden mit "you" anredet, hat man im Deutschen mit "du" oder "Sie" schon die Qual der Wahl, je nachdem, ob man jemanden vertraut oder höflich anreden will.
Im Thailändischen ist es noch komplizierter: Spricht ein Thai mit einem sozial höher Gestellten, verwendet er die Anrede "taitao".
Denjenigen, der ihn bedient, redet er hingegen mit "ke" an. (Das ist
keine Unhöflichkeit oder Beleidigung!)
Weiß er nicht, welche soziale Stellung sein Gesprächspartner hat, wählt er das neutrale Wort "khun".
Das allein wäre gar nicht so kompliziert, würde sich nicht - je nach sozialer Stellung - auch die Bezeichnung fur "ich" ändern!
Wieder hängt alles davon ab, wie ich zu meinem Gegenüber stehe, und wieder stehen drei Formen zur Auswahl: "kraphom", "tschan" oder "phom".
 
Bergkristall? Flussquarz? Polareis? Aus was werden eigentlich Fensterscheiben gemacht?
Die Ersten, die Glas herstellten, waren die alten Ägypter.
Allerdings war deren Glas noch nicht so, wie wir es heute kennen: durchsichtig!
Das mittlerweile 2600 Jahre alte Glasrezept gilt noch heute: 6 Teile Sand, 180 Teile Pflanzenasche, 5 Teile Kreide.
Nur die Art der Glasverarbeitung hat sich im Lauf der Jahrhunderte geändert, und die Glasmacherpfeife, mit der man im Mittelalter Butzenscheiben (中央部の厚いガラス板)herstellte, hat inzwischen ausgedient.
Das völlig durchsichtige und glatte Fensterglas wird heute nach dem Floatverfahren gewonnen: Man lässt die geschmolzene Glasmasse in ein 70 Meter langes Becken mit geschmolzenem Zinn laufen.
Dort schwimmt das Glas obenauf und verteilt sich gleichmäßig.
Wenn es auf 600 ℃ abgekühlt ist, ist es fest.
Das perfekt glatte Glas gibt es seit 1960.
 
Tischlein deck dich! Seit wann gibt es unser Essbesteck?
In unserem Kulturkreis eine mutige Entscheidung.
Aber sehr natürlich.
Schließlich existiert das Essbesteck in der uns bekannten Dreierform noch nicht lange, erst weit rund 300 Jahren.
Einzeln gab es Messer, Gabel und Löffel natürlich schon vorher: Bereits vor über einer Million Jahren zerteilten unsere Vorfahren Fleischstücke mit einem Messer, und vor 20 000 Jahren begannen sie Löffel aus Holz und Knochen zu verwenden.
Die Gabel erschien erst im 11. Jahrhundert.
Allerdings diente sie zunächst nicht als Ess-, sondern als Servierwerkzeug.
In den meisten asiatischen Ländern fehlt das Messer beim Besteck, weil die Speisen schon in der Küche in mundgerechte Stücke zerteilt werden.
Und in manchen Kulturen isst man auch heute noch ausschließlich mit den Fingern...
 
Hält (fast) jeden Rekord: der Blauwal.
Als größtes Tier der Welt hat der Blauwal (シロナガスクジラ) aber auch einiges zu bieten: Die beeinduckendsten Exemplare werden bis zu 35 Meter lang und bis zu 130 Tonnen schwer.
Ihre Mundhöhle kann eine Länge von 6 Metern erreichen, das Herz ist so groß wue ein Volkswagen und pumpt 10 000 Liter Blut durch die Gefäße.
Der Blauwalmagen kann ungefähr 2 Tonnen Krill (Kleinstkrebse 動物性プランクトンのオキアミ) aufnehmen, die tägliche Futterration liegt zwischen 4 und 8 Tonnen.
Bei seiner Geburt wiegt ein Blauwahlkalb bereits 6500 Kilogramm, danach nimmt es dank der sehr fetthaltigen und eiweißreichen Muttermilch jeden Tag zwei Zentner an Gewicht zu.
Das Gehirn des Blauwals ist hingegen nicht gerade rekordverdächtig: Es wiegt nur ganze 7 Kilogramm.
 
Leben im Kleinformat: Welches ist das kleinste Tier?
Das größte Tier kennt jeder... es ist der Blauwal, aber das kleinste?
Die Antwort ist zunächst einfach: Sicher einer der vielen winzigen Einzeller wie die Amöben oder die Pantoffeltierchen (ゾウリムシ).
Interessanter klingt die Frage, wenn man sie anders stellt: Gibt es für Lebewesen eine Mindestgröße?
Für Bakterien, die in Flüssigkeiten schwimmen, gibt es die tatsächlich.
Bakterien, die kleiner wären als 0,6 Tausendstel Millimeter, könnten sich nicht mehr richtig fortbewegen.
Sie müssten nämlich bereits gegen die Zitterbewegung der Moleküle in ihrer Umgebung ankämpfen.
Und tatsächlich zeigt sich: Die kleinsten beweglichen Bakterien sind 0,8 Tausendstel Millimeter groß.
 
Am Montag macht der Blauwal blau. Warum spricht man eigentlich vom "blauen Montag"?
Der Begriff "blauer" und damit arbeitsfreier Montag stammt vermutlich von den Wollfärbern.
Sie verwendeten den schon erwähnten Färberwaid, um die begehrte blaue Farbe zu bekommen.
Um tiefblau zu werden, musste die Wolle zwölf Stunden im Färbebad liegen und anschließend ebenso lange an der Luft.
Den ersten Teil ihrer Arbeit erledigten die Färber am Sonntag, den zweiten am Montag.
Deshalb gab es am blauen Montag tatsächlich nichts für sie zu tun - sie konnten blau machen!
 
Eichen, Buchen, Fichten & Tannen: Wie alt werden sie?
Die wenigsten unserer heimischen Bäume werden heute noch so alt, wie sie eigentlich werden könnten.
Tausendjährige Linden oder Eichen sind selten, denn die Förster, die mit der Pflege und Nutzung des Waldes beauftragt sind, fällen sie meistens schon vorher.
Um gutes, starkes Holz zu liefern, reicht es, wenn ein Baum 80 bis 120 Jahre alt wird.
Für Brennholz sind sogar 20 bis 40 Jahre ausreichend.
Allerdings dürfen immer nur so viele Bäume gefällt werden, wie auch nachwachsen.
Das Aufforsten übernimmt die Natur zum Teil selbst: Abgefallene Samen keimen auf und wachsen zu neuen Pflanzen heran.
Die Forstwirte sprechen dabei von natürlicher Verjüngung.
Manchmal hilft der Mensch auch ein bisschen nach: In Baumschulen (種苗栽培園。学校の一種ではない) werden aus Samen kleine Stecklinge (苗) gezogen und später in den Wald verpflanzt.
 
Müller, Schäfer oder was? Familiennamen und ihre Bedeutungen.
Die meisten Leute in Deutschland nennen sich z. B. Müller oder Schmid(t), Meier, Fischer, Weber oder Bäcker, Wagner, Schäfer oder Schulz, Hof(f)mann, Bauer, Koch.
Diese zwölf häufigsten deutschen Familiennamen haben eines gemeinsam: Es sind alles Berufsbezeichnungen!
Einige von ihnen lassen sich allerdings erst auf Maior, die lateinische Bezeichnung für den Gutverwalter, zurück.
Schulz oder Scholz ist ein im Norden häufig gebrauchter Name für den Bürgermeister (市長) oder Schultheiß (村長・町長) und der Hof- oder Hoffmann gehörte als Landmann zu einem Bauernhof.
 
Weltweites Händchenhalten: Für manche ziemlich gewöhnungsbedürftig!
Händchen halten in Indien Männer sogar.
In Indien (und sogar schon in Süditalien!) ist es nicht ungewöhnlich, wenn Männer vertraut miteinander umgehen, sich umarmen oder Arm in Arm laufen.
Mit Homosexualität hat das nichts zu tun.
So seltsam dieses Verhalten für uns ist: Unsere Sitten wirken auf andere genauso merkwürdig.
In Japan beispielsweise käme es keinem Ehepaar - geschweige denn (ましてや) nur Verliebten - in den Sinn, öffentlich Händchen zu halten oder sich gar zu küssen.
Das verstößt gegen das öffentliche Moralempfinden!
 
Jedes Auto ist eine fahrende Bombe...
... und jeder Autofahrer ein Attentäter (ここでは、車が凶器になりうることを指している).
Na ja, Letzteres ist vielleicht ein wenig übertrieben.
Doch grundsätzlich ist die Aussage auf der Vorderseite richtig!
Wenn bei einer Kollision (衝突) der Airbag aufgeht, kommt es nämlich tatsächlich zu einer Explosion: Auf elektrischem Weg wird zunächst der Stoff Natriumazid (アジ化ナトリウム) zur Zündung gebracht.
Dieser löst durch eine chemische Reaktion die entscheidende Explosion aus.
Die dabei entstehenden Gase blasen den Airbag auf.
Erstaunlich ist, dass diese komplizierte Reaktionskette innerhalb von nur einer Hundertstelsekunde abläuft.
Wie ein Polster schützt der Airbag die Insassen vor einem Aufprall.
Wenn das nichts ist: eine Bombe, die Leben rettet!
 
Voll der Durchblick! Wie funktioniert eine Brille?
Mit einer Brille lassen sich Sehfehler ausgleichen.
Die Brillenlinsen unterstützen die Augenlinsen bei der Brechung der einfallenden Lichtstrahlen und helfen, auf der Netzhaut ein scharfes Bild zu erzeugen.
Wer kurzsichtig ist, kann Nahes meist ohne Brille erkennen, Entferntes aber nur verschwommen.
Bei Weitsichtigkeit ist es umgekehrt: Man braucht eine Lesebrille.
Ob weit- oder kurzsichtig: Für jeden gibt es die passende Linse.
Während eine Konvexlinse (凸レンズ) die Strahlen so sammelt, dass sie nicht erst hinter, sondern exakt auf der Netzhaut zusammentreffen, bewirkt eine Kontavlinse (凹レンズ) das Gegenteil: Sie zerstreut die Lichtstrahlen, denn sonst würde das Licht bereits vor der Netzhaut gebündelt und das Bild würde unscharf.
Die Gläserstärke wird in Dioptrien gemessen.
 
Der Killer von Guam kennt keine Gnade.
Die Insel Guam liegt weit weg in der Südsee, und der Killer ist eine kleine Schlange.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Nachtbaumnatter (毒蛇) als blinder Passagier mit einem Schiff auf die Insel eingeschleppt.
Sie vermehrte sich prächtig, und heute hat sie 12 von 14 Waldvogelarten auf dieser Insel ausgerottet.
Da sie keine natürlichen Feinde hat, gibt es so viele Nachtbaumnattern, dass auf einem Quadratkilometer bis zu 5000 Tiere leben.
Damit hat Guam die höchste Schlangendichte der Welt.
Auf Guam kann man studieren, was geschieht, wenn ein eigentlich harmloses Tier in das falsche Ökosystem gerät: Ohne natürliche Feinde nehmen manche Tiere überhand und gefährden dadurch andere Tierarten.
 
Seit Urzeiten gefangen: Wie kommt die Mücke in den Bernstein?
Und wie kommt sie da jemals wieder raus?
Man könnte Mamas Bernsteinkette mit einem Hammer... aber nein, lassen wir das lieber.
Eigentlich ist der Bernstein gar kein richtiger Stein, sondern fossiles, das heißt urzeitliches Baumharz (樹脂).
Das erklärt auch seine gelbbraune bis orangenrote Farbe.
Vor vielen Jahrmillionen tropfte dieses Harz von subtropischen (亜熱帯の) Kiefern und verhärtete dann.
Dabei konnte es passieren, dass sich Teile von Pflanzen oder ganze Insekten im Harztropfen verfingen und dort auf immer eingeschlossen wurden.
Selbst Frösche hat man schon im Bernstein gefunden!
Übrigens wurde der Bernstein bereits in der Steinzeit als Schmuckgegenstand verwendet.
Noch vor und fünfzig Jahren waren Zigarettenspitzen aus Bernstein Mode, weil man glaubte, so die Schäden des Rauchens mildern zu können.
 
Städte auf dem Mond. Wird es sie bald geben?
Wie wir alle wissen, bräuchten wir dazu Wasser - und das fehlt auf dem Mond.
Zumindest glaubte man das bisher: Mithilfe von Informationen, die eine amerikanische Sonde (探査機) lieferte, konnte nämlich nachgewiesen werden, dass es auf dem staubtrocknen Mond doch etwas Wasser gibt.
Das darf man sich aber nicht in Form von gefrorenen Seen vorstellen.
Vielmehr soll das Wasser in Form winziger Kristalle im Mondstaub liegen, und zwar an den Polen, an denen nie die Sonne scheint.
Man müsste das Wasser also gewinnen wie Gold oder Diamanten, eine mühselige Sache.
Und wozu sollten wir den Mond besiedeln?
Dort ist es entweder saukalt oder brüllend heiß, Luft gibts keine, von Blumen und Vögeln ganz zu schweigen.
Und der Mensch muss sich hüpfend wie ein Känguru fortbewegen.
 
Wir haben Hunder, Hunger, Hunger...! Wie signalisieren Jungvögel ihren Eltern, wie viele Hunger sie haben?
Was bei uns schnell unhöflich wirken kann, ist in der Vogelwelt durchaus üblich: Sobald die jungen Sperlinge einen dunklen Körper am Nestrand und eine Erschütterung wahrnehmen, reißen sie ihre Rachen (喉) weit auf.
Auf diese Weise signalisieren sie: Wir haben Hunger! Ihr Rachen ist auffällig gefärbt und oft bunt gezeichnet.
Diese Rachenzeichnung löst bei den Eltern den Fütterungstrieb aus.
Junge Kanarienvögel können ihren Eltern sogar anzeigen, wie viel Hunger sie haben: Je hungriger sie sind, desto tiefer ist das Rot ihres Schlundes.
Tiere mit grellrotem Rachen werden als Erste gefüttert.
 
Gelbe Zettel: ein praktisches Kommunikationsmittel.
Wir kennen sie nur zu gut, die gelben Haftnotizen oder Post-it-Notes, die von Zeit zu Zeit an unserer Tür kleben und so unerwünschte Botschaften tragen wie: "Zimmer aufräumen!" oder "Hausaufgaben nicht vergessen!"
Entstanden sind sie durch einen Zufall: Ein amerikanischer Angestellter der Firma 3M, Arthur Fry, ärgerte sich darüber, dass seine Lesezeichen ständig aus seinen Büchern herausfielen.
Einige Tage zuvor hatte sich ein Kollege von ihm darüber beklagt, dass sein neu entwickelter Kleber nicht richtig klebte.
Fry war ein kluges Köpfchen, kombinierte - und verwendete den verunglückten Kleber für wieder ablösbare Haftnotizen.
Was lernen wir daraus?
Der Zufall hat in der Wissenschaft schon zu den tollsten Erfindungen geführt - und mancher hat sich dabei schon eine goldene Nase verdient.
 
Wie stoppt man einen Schnarcher?
Schnarcher scharchen, weil ihre Zunge beim Schlafen zurückrutscht und das erschlaffte Gaumensegel (口蓋;上あご) dadurch zu schwingen beginnt.
Das ergibt die typischen Schnarchgeräusche.
Gegen das Schnarchen gibt es viele Heilmittel: Man kann die Zunge mit einem Gurt fesseln und diesen an einer Schraube im Unterkiefer befestigen, man kann die Zunge mit einem Unterdruckgerät knebeln oder den Schläfer durch einen Schnarchsensor wecken lassen.
Das Problem dieser Heilmittel: Sie nutzen nichts. Deshalb unser Geheimtipp für alle, die sich durch nächtliche Krachmacher gestört fühlen: selbst laut schnarchen.
Nichts irritiert diese Leute nämlich mehr, als wenn andere ... scharchen.
 
Dem Täter auf der Spur... Wie macht man Fingerabdrücke sichtbar?
Keine Frage: Das können wir auch! Man drückt seinen Fingerballen auf ein weißes Blatt Papier: Nichts zu sehen.
Man streut feines Aluminiumpulver darüber (gibts in jeder Drogerie!), verteilt es gleichmäßig, indem man das Blatt vorsichtig hin und her bewegt, und schüttelt das überflüssige Pulver dann behutsam ab.
Jetzt ist der Abdruck deutlich sichtbar.
Auf den Schweißresten, die sich in den feinen Rillen auf dem Fingerballen, den so genannten Hautleisten, sammeln, kann das Aluminiumpulver nämlich gut haften.
Allerdings dürfen die Ab-drücke bei dieser Methode nicht älter sein als einen Tag.
Übrigens: Wer kein Aluminiumpulver kaufen will: Mit Zimtpulver aus dem Gewürzregal gehts auch!
 
Kein Gewürz, sondern eine japanische Faltkunst: Origami.
Oregano heißt das ähnlich klingende Gewürz, das man sich gerne auf seine Pizza streut.
Hier geht es jedoch um Kunstwerke aus Papier.
Die Kunst, verschiedenste Gegenstände oder auch Tiere aus Papier zu falten, stammt aus Japan und heißt Origami.
Zu Deutsch: "gefaltetes Papier".
Die Japaner üben sich in dieser speziellen Faltkunst schon seit Jahrhunderten.
Die beliebteste Figur ist der sitzende Kranich.
Man faltet ihn in 18 Schritten - natürlich ohne Schere und Klebstoff, sondern nur aus einem Stück Papier!
 
Können Blumen die Zeit ansagen?
Sicherlich habt ihr schon beobachtet, dass manche Blumen ihre Blüten nur für eine kurze Zeit öffnen und sie dann wieder schließen.
Bei Sonnenschein kann man fast die Uhr nach ihnen stellen: Der Löwezahn öffnet seine Blüten in der Regel früh morgens zwischen sechs und sieben Uhr und schließt sie wieder gegen Mittag.
Die Seerose (スイレン) beginnt ihren Tag rund eine Stunde später, bleibt aber dafür auch bis abends um sechs geöffnet.
Am spätesten öffnet die Rote Pfauenlilie ihre Blüten, nämlich erst mittags um zwölf.
Durch kluge Auswahl dieser und anderer Pflanzen könnt ihr euch im Garten eine Blumenuhr anlegen.
In der Zeit des Barock, vor 250 Jahren, liebten die Könige und Adelsleute solche Spielereien ganz besonders.
 
Blühende Wiesen und Erdbeeren mit Sahne: für manche ein Alptraum. Was ist eine Allergie?
Du sitzt auf der Wiese, deine Augen tränen... und du weißt, nun ist es wieder so weit: Heuschnupfenzeit!
Wenn der Körper auf bestimmte Stoffe überempfindlich reagiert, spricht man von einer Allergie.
Die bekannteste Form ist der Heuschnupfen.
Die Menschen, die darunter leiden, reagieren auf eine oder mehrere Pollenarten empfindlich.
Sind diese in der Atemluft enthalten, kommt es zu einer allergischen Reaktion.
Die Schleimhäute der Augen und der Nase jucken (むずむずする) und sondern viel Schleim ab.
In schlimmen Fällen kommt es zu Fieber, sogar zur Asthma (喘息), also zu Atemnot.
Es gibt Allergien gegen die verschiedensten Stoffe, zum Beipiel gegen Erdbeeren oder Muscheln, Waschmittel, chemische Stoffe, Staub, sogar Gerüche.
Bei vielen Allergien kommt es auf der Haut zu Ausschlägen oder Ekzemen (湿疹).
 
High Diving: Ein Sport für Todesmutige!
Die weltweit rund dreihundert Anhänger dieser ziemlich neuen Sportart tun nämlich etwas, was unsereins (我々のような者) nicht unbedingt dreiwillig tun würde: Sie stürzen sich von einer Klippe rund 25 Meter in die Tiefe.
Die meisten High Diver springen dabei mit den Füßen nach unten, nur ganz wenige wagen einen Kopfsprung.
Der Fall dauert drei Sekunden, und kurz vor dem Aufprall auf das Wasser erreicht der Körper eine Geschwindigkeit von etwa hundert Stundenkilometern.
Dann taucht der Körper wie ein Messer ins Wasser ein und wird dabei abrupt (急激に) abgebremst.
Wer nicht im richtigen Augenblick alle Muskeln auf das Äußerste anspannt, spürt den Aufschlag besonders stark.
Für manche das Letzte, was sie fühlen......
 
Ein Turm aus Menschen: Bitte nicht umschubsen!
In der spanischen Region Katalonien gibt es einen waghalsigen sportlichen Brauch: Die so genannten Castellers bauen Türme aus Menschen.
Bis zu 20 kräftige Männer bilden die Basis.
Sie stützen eine Reihe von Männern, die auf ihren Schultern stehen.
Diese Männer tragen wiederum eine etwas geringere Anzahl schwindelfreier Herren auf ihren Schultern.
Ganz oben steht oft ein junges, zierliches Mädchen - am besten ein Fliegengewicht-, das natürlich einen sehr gefährlichen Sturz riskiert.
Der Rekord dieser menschlichen Architektur liegt bei neun Menschenstockwerken.
 
Sahnige Geschosse: die Hochzeitsfeier als Tortenschlacht!
Tortenschlachten sind super! Aber halt: Die ersten Hochzeitstorten waren kleine, trockene Plätzchen.
Man warf sie nach der Braut und wünschte dem Paar damit, dass es eine kinderreiche Ehe werden möge.
Noch heute wirft man zum Zeichen der Fruchtbarkeit auch Reis vor die Füße der frisch Verheirateten.
Im 17. Jahrhundert war nun ein französischer Koch in London Zeuge, wie englische Hochzeitsgäste die mitgebrachten kleinen Plätzchen zu einem Turm aufschichteten (積み上げる).
Darüber (それ越しに) musste sich das Brautpaar küssen.
Da ihm die langweiligen englischen Plätzchen nicht schmeckten, entwarf der Franzose die erste gefrorene Hochzeitstorte aus vielen Schichten.
Seither wird mit dieser luxuriösen Torte allerdings nicht mehr geworfen.
 
Keine Angst vor großen Haien. Über die sanften Riesen der Meere.
Der größte Fisch der Welt ist der riesige Walhai (ジンベエザメ).
Er kommt in allen tropischen Meeren vor.
Der Walhai erreicht eine Maximallänge von bis zu 18 Metern und kann 10 Tonnen auf die Waage bringen.
An zweiter Stelle folgt der Riesenhai (ウバザメ), der auch in europäischen Gewässern lebt.
Er kann bis zu 14 Meter lang werden und 4 Tonnen wiegen.
Aber keine Angst: Im Gegensatz zu manchen ihrer nicht ganz so netten Verwandten sind beide Haie harmlose Tierchen: Ihr Maul starrt nicht vor Zähnen, sondern enthält eine Art Riesensieb.
Beim Schwimmen saugen sie die im Wasser schwebenden Kleinstlebewesen durch diesen Filter ein.
Diese Art der Nahrungsaufnahme ist äußerst wirtschaftlich: Nichts geht verloren!
Auch der gigantische Blauwal ernährt sich übrigens filtrierend von kleinen Krebsen und Fischen.
 
Für welchen Zauber brauchte man Marienkäfer?
  1. Für einen Wetterzauber. / 2. Für einen Liebeszauber / 3. Für einen Verwandlungszauber
Nach dem deutschen Volksglauben hatte es schlimme Folgen, wenn man einen Marienkäfer tötete; zumindest riskierte man schlechtes Wetter.
Wer dagegen freundlich mit dem Tierchen umging, der konnte angeblich gutes Wetter herbeizaubern.
Die meisten Tiere haben übrigens im Volksglauben sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften.
Nur der Marienkäfer gilt in ganz Europa als Glücksbringer.
Unglück bringt er allein den Blattläusen (アブラムシの類), die er in großen Mengen vertilgt.
 
Was trinkt ein Koala?
Einem Koala reicht das Wasser, das in seiner Nahrung, verschiedenen Eukalyptusblättern, enthalten ist.
Zeit seines Lebens trinkt er keinen Schluck Wasser.
Bei Wüstentieren ist das ganz ähnlich.
Weil Wasser knapp ist, beschränkt sich der Wüstenfucks bei der Wasseraufnahme auf die Körperflüssigkeiten seiner Beutetiere (捕獲物).
Am sparsamsten aber ist die Wüstenspringmaus (スナネズミ).
Sie lebt unter der Erde und kommt nur nachts an die Oberfläche.
Ihr reicht das wenige Wasser, das die Pflanzensamen aus der Luft aufgenommen haben.
Diese Samen lagert die Springmaus in Vorratslagern, um sie später zu fressen.
Natürlich können solche Wüstennager nicht schwitzen.
Und als Urin geben sie nur wenige Tropfen einer hoch konzentrierten Flüssigkeit ab.
 
Wie entsteht Honig?
Bienen saugen Nektar, einen süßen, duftenden Saft, aus den Blüten (dabei besorgen sie sozusagen nebenbei die Befruchtung der Blüten, indem sie mit ihrem behaarten Körper Pollen an den Blütenstempel tragen).
Schon im "Magen" der Biene (der so genannten Honigblase) beginnt die Honigproduktion: Dort wird der Nektar mit körpereigenen Stoffen angereichert.
Im Bienenstock überlässt die Sammelbiene ihre Ernte den Arbeiterinnen.
Diese sorgen dafür, dass das meiste Wasser aus dem Nektar verdunstet und dass Honig daraus entsteht.
Ein Bienenvolk bringt dem Imker (養蜂家) etwa 7 Kilo Honig pro Jahr.
Für 1 Kilo der süßen Köstlichkeit müssen die Bienen ungefähr sieben Millionen Blüten aufsuchen.
 
Für sportbegeisterte Chemiker: Fußballmoleküle
Fußballmoleküle sind keineswegs die Erfindung eines chemiebegeisterten Sportlehrers - es gibt sie wirklich.
Wie jeder weiß, besteht ein Fußball aus vielen zusammengenähten fünf- oder sechseckigen Lederstücken.
Dieser Ball ist unser Modell: Wir denken uns einfach an jeder Ecke dieser Lederstücke ein kugelförmiges Kohlenstoffatom - so sieht ein Fußballmoleküle aus.
Allerdings ist es so winzig, dass man es nur mit einem sehr starken Mikroskop sehen kann.
Als Molekül bezeichnet der Chemiker die kleinste Einheit einer chemischen Verbindung.
Das Fußballmolekül wurde vor knapp zwanzig Jahren entdeckt und erhielt die Bezeichnung Fulleren, nach dem amerikanischen Architekten Buckminster Fuller.
Er baute nämlich Gebäudekuppeln, die ähnlich wie diese Moleküle aussehen.
 
Buddhas Lieblingsblume: der Lotos.
Überall in Indien und Südostasien trifft man auf Figuren von Gottheiten, insbesondere Buddhafiguren, die auf einer Blüte sitzen.
Bei dieser Blume handelt es sich um eine besondere Seerosenart, die Lotosblume.
Sie wurzelt in schlammigen Gewässern und hat große, meist weiße oder rosafarbene Blüten.
In vielen Kulturen wurde sie zum Sinnbild für Schönheit, Reinheit und Wiedergeburt.
Überall in Indien bringt man Buddha Lotosblüten als symbolisches Opfer dar.
Aber der Totos hat auch einen praktischen Nutzen: Wurzelstöcke und Samen
sind essbar.
Übrigens können die Lotossamen noch nach über tausend Jahren auskeimen.
 
Pi (π) mal Handgelenk: Auch Mathematiker peilen schon mal über den Daumen.
Man nimmt bei manchen Berechnungen die Zahl Pi (π) zu Hilfe.
Pi ist ungefähr 3,1415 - aber eben nur ungefähr.
Denn Pi ist eine irrationale Zahl (無理数): Hinter dem Komma stehen unendlich viele Stellen, die ohne eine Regel aufeinander folgen.
Vor kurzem hat man Pi sogar auf über sechs Milliarden Stellen genau berechnet.
Im praktischen Leben braucht man diese Stellen zum Rechnen nicht.
Trotzdem stößt man im allgemeinen Sprachgebrauch häufiger auf das Pi: Wer etwas nicht genau, sondern nur schätzungweise angeben kann, spricht manchmal von "Pi mal Handgelenk" oder "Pi man Daumen".
 
Mal groß, mal klein: Kann der Mond wachsen?
Man sieht manchmal, der Mond sei dreimal so groß wie sonst gewesen.
Damit hat man natürlich Unrecht.
Richtig ist aber, dass er uns viel größer erscheint.
Wir schätzen nämlich die Größe des Mondes anders ein - je nachdem, ob er hoch oben am Himmel oder tief am Horizont steht.
Steht der Mond beispielsweise hinter Bäumen, so haben wir den Eindruck, dass er nicht viel weiter weg liegt als der Horizont.
Dieser Eindruck wird vom Gehirn gesteuert, und der Mond erscheint uns dann riesengroß.
Steht er hoch am Himmel, so greift das Gehirn in die Interpretation nicht ein.
Dazu könnt ihr einen kleinen Versuch machen: Schaut den Mond knapp über dem Horizont durch ein Loch in einem Karton an.
Damit blendet ihr die gesamte Umgebung aus.
Und siehe da: Der Mond wird klein!
 
Das ist nur die Spitze vom Eisberg. Und wo bleibt der Rest?
Seit der "Titanic" ein hochsktuelles Thema, weiß jeder.
Eisberge sind ursprünglich Teile von Gletschern oder Eisschelfen.
Sie brechen ab, fallen ins Meer und schwimmen dort weiter.
Es gibt sie in der Arktis und in der Antarktis.
Eisberge können unglaublich groß werden.
Einige wiegen Millionen von Tonnen und sind über 150 Kilometer lang.
Wenn ein Eisberg 120 Meter über dem Wasserspiegel in die Höhe reicht, dann ist er im Wasser noch einmal 960 Meter tief.
Von einem Eisberg sieht man also wirklich nur die Spitze.
Ungefähr ein Achtel ragt über Wasser, während die restlichen sieben Achtel unter Wasser schwimmen.
Deswegen bilden die Eisberge eine große Gefahr für die Schifffahrt.
Seit dem Untergang der "Titanic" gibt es im Nordatkantik und in anderen nördlichen Meeren einen Aufklärungsdienst, der die Schiffe vor umhertreibenden Eisbergen warnt.
 
Ein ganz schön schweres Früchtchen! Wer oder was ist ein Witwenmacher?
So einer gehört hinter Gitter? Gnadenlos.
Eine Meinung, die bei skrupellosen Gattenmördern sicherlich berechtigt ist.
Bei "unserem" Witwenmacher dürfte das mit dem Einbuchten allerdings schwierig werden.
Witwenmacher heißt nämlich eine Nadelbaumart in Nordamerika.
Ihre Zapfen werden bis zu 2 kilo schwer.
Wenn ein solcher Zapfen einem Förster auf den Kopf fällt, ist es meist schlecht um ihn bestellt....
Daher der Name.
Aber es kann einen noch viel schlimmer treffen: Kokosnüsse sind auch nicht gerade Leichtgewichte! (Was wir hier allerdings als Kokosnuss kaufen, ist nur der innere Teil. Die dicke grüne Außenschicht wurde schon vor dem Transport entfernt.)
Weltrekordhalter in der Sparte schwerste Frucht ist die Seychellenpalme (セイシェル諸島特産のオオミヤシ): Ihre Früchte können bis zu 18 Kilo wiegen und tragen den schönen Namen "Coco de Mer" (海の椰子の実).
 
Gefräßige Glühwürmchen schlagen zu. Die beißen nicht etwa?
Nein, das nicht. Trotzdem müssen wir die romantische Vorstellung, die possierlich (かわいらしく) leuchtenden Würmer seien die harmlosesten Geschöpfe der Welt, ein klein wenig korrigieren. Der Schein trügt nämlich: Glühwürmchen können ziemlich garstig sein. Die Weibchen bestimmter Arten imitieren die Leuchtsignale von anderen und locken deren arme Männchen in eine tödliche Falle (罠): Das artfremde Männchen will sich mit der Unbekannten paaren und wird - schmatz! - einfach aufgefressen. Für das Weibchen ein richtiges Festessen, mit dem es gleich auch etwas für seine Verteidigung tut. Die Männchen enthalten nämlich ein Gift, das die mordlüsternen (殺人鬼の) Weibchen vor hungrigen Spinnen schützt. Sogar ihre Eier bestreichen diese Weibchen mit giftiger Spucke (唾液). Man kann nun doch recht froh sein, dass man kein Glühwurm ist.
 
Alle Schlafmützen mal aufgepasst: Morgen ist Siebenschläfer!
Vom morgigen Tag hängt alles ab, Gelingen oder Scheitern der Sommerferien!
Glaubt man der Bauernregel, dann so das Wetter nämlich so, wie es am Siebenschläfertag ist, den ganzen Juli bleiben. Also, Leute, drückt die Daumen, dass es morgen
* nicht regnet!
Aber selbst wenn - einen Hoffnungsschimmer gibt's doch: Meteorologen, die die Siebenschläfer-Wetterformel untersucht haben, stellten fest, dass sie immerhin in einigen wenigen Gebieten (z.B. in der Nordostschweiz) nicht gilt. Na denn, wie wär's mit ein paar Wochen Urlaub in Chur (クール; スイスの観光地)?


* この「七人の眠り聖人の日」は、毎年の6月27日。Siebenschläfer は「ヤマネ」という動物名でもある(このヤマネは7ヶ月間冬眠するといわれている)。
 
Wer fliegt am weitesten?
Da sind wir schon gespannt! Man kann sich schon warm werfen, während wir uns noch ein bisschen mit der Theorie beschäftigen... Piloten verwenden ein einfaches Maß, wenn es darum geht, die Gleitfähigkeit ihres Flugzeugs zu beschreiben: Sie bestimmen die so genannte Gleitzahl (滑空比). Diese Zahl gibt das Verhältnis zwischen der zurückgelegten Strecke einerseits und dem Höhenverlust andererseits an. Das beste Segelflugzeug (グライダー) hat eine Gleitzahl von über 50. Das bedeutet, es gleitet bei einem Meter Höhenverlust genau 50 Meter weit. Ein Albatros (アホウドリ) sackt etwas schneller ab, er schafft nur 24 Meter. Trotzdem hält er mit dieser Gleitzahl den Rekord unter den Vögeln. Ein durchschnittlicher Drachenflieger bringt es auf eine Gleitzahl von 8 und ein Papierflieger ... ausprobieren und messen!
 
Du Haderlump!
"Haderlump" hieß früher auf Mittelhochdeutsch "Lumpensammler" und war ein Beruf. Lumpen (ぼろ布・布きれ) waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sehr begehrt, weil man aus ihnen Papier herstellte. Seit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert stieg der Bedarf an Papier stetig. Dies bot vielen Menschen eine gute Möglichkeit, um Geld zu verdienen, und führte bald dazu, dass Tausende von Lumpensammlern auf der Suche nach Stoffresten durch das Land zogen. Auch die ältesten Lumpen wurden eingesammelt, und in manchen Ländern war es sogar verboten, Lumpen einfach zu verbrennen. Lumpensammler galten, wie das Schimpfwort bezeugt, als unehrliche Leute. Sie standen im sozialen Ansehen ganz unten. Heute ist hadernhaltiges (also aus Stoffresten hergestelltes) Papier übrigens eine der edelsten Papiersorten.
 
Superschnelle Jäger aus der Urzeit: die Libellen.
Die Libellen sind sogar älter als die Dinosaurier. Es gibt sie schon seit etwa 250 Millionen Jahren. Früher sagte man den Libellen Schlimmes nach und nannte sie Teufelsboten, Satansnadeln oder Augenstecher. Alles Humbug! Die Libellen sind für uns Menschen ungefährlich und sagar nützlich, halten sie uns doch manche Mücke vom Leib.
Liebellen sind Jäger, die ihre Beute im Flug fangen, und das turboschnell: Mit etwa 40 bis 50 Stundenkilometern knallen sie auf ihr Beutetier! Die schräg gestellten Panzerplatten auf der Brust sorgen dafür, dass die Libelle bei dem Aufprall nicht aus dem Gleichgewicht gerät.
In Deutschland gibt es 78 Libellenarten. Viele davon sind selten geworden, unter anderem weil es immer weniger Feuchtgebiete gibt.
 
Ein Fisch in der Wüste ... der hat sich wohl verirrt?
Ein gewöhnlicher Fisch vielleicht schon. Nicht aber der Kärpfling. Diese Fischart lebt da, wo es am heißesten ist: im Tal des Todes in Kalifornien. Dort bewohnen die hitzeunempfindlichen Schwimmer einen ständig fließenden Salzwasserbach, der normalerweise etwa so viel Salz enthält wie das Meerwasser. Im Winter vergräbt sich der bis zu sechs Zentimeter lange Kärpfling, den die Amerikaner "Pupfish" nennen, im Boden des Gewässers. Im Frühjahr kommt er wieder heraus und pflanzt sich den Sommer über fort. Er ernährt sich von Algen (藻), Insektenlarven, Krebsen und Schnecken. Temperaturen von bis zu 44 °C und die 3,7fache Salzkonzentration von Meerwasser hält der Kärpfling ohne Probleme aus.